Unser Herz

Vorhofflimmern

Beim Vorhofflimmern fällt die Funktion des für die normale Herzschlagfolge verantwortlichen Sinusknotens aus und die Kontraktion des Herzens wird von einer in den Vorhöfen entstehenden, unregelmäßigen elektrischen Tätigkeit weiter gesteuert. Es hat eine meistens zu schnelle und unregelmäßige Kontraktion der Kammer zur Folge.

Ein unbehandeltes Vorhofflimmern kann zu schweren Komplikationen, wie Herzinsuffizienz oder Schlaganfall führen. Der letztere erweist sich als schwerste Folge. Ein Schlaganfall (hier können Sie mehr erfahren) kann wegen eines im Herzen entstehenden Blutpfropfes oder als Folge einer Embolie auftreten. Der Blutpfropf bildet sich meist im linken Vorhof bzw. im Vorhofrohr. Vorhofflimmern kann das Risiko des Schlaganfalles um das Vier- oder Fünffache steigern.

Weltweit leiden 33,5 Millionen Menschen an Vorhofflimmern, das sind 0,5% der Gesamtbevölkerung der Erde. Die Chance auf die Entstehung von Vorhofflimmern ist 2,3% bei über 40 Jährigen und 5,9% bei über 65 Jährigen. 70% der Betroffenen, die an dieser Krankheit leiden, sind zwischen 65 und 85 Jahren alt. Bei Männern tritt die Krankheit häufiger auf.

Normal rhythm (left) Atrial fibrillation (right);

Faktoren, die die Chance auf Vorhofflimmern erhöhen (hier können Sie mehr über Herzerkrankungen erfahren)

  • Bluthochdruck
  • Verengerung der Koronararterien
  • Erkrankung der Bikuspidalklappen (Mitralklappen), in der früheren Phase nach der Herzoperation
  • Angeborener Herzfehler
  • Lungenentzündung
  • Lungenkrebs
  • Lungenembolie
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • ÜbermäßigerAlkoholgenuss

Charakteristische Symptome des Vorhofflimmerns:

  • Gefühl einer unregelmäßigen und schnellen Herzschlagfolge
  • Müdigkeit
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Brustschmerzen

In bestimmten Fällen kann Vorhofflimmern ohne Symptome verlaufen. In diesem Fall kann die Krankheit nur durch eine routinenmäßige ärztliche Untersuchung erkannt werden.

Die Europäische Herzrhythmus Vereinigung (EHRA) unterteilt die Symptome in vier Stadien je nach deren Stärke.

  1. Ohne Symptome
  2. Moderate Symptome, normale Tagesroutine
  3. Schwere Symptome, normale Tagesroutine wird gestört
  4. Sehr schwere Symptome, normale Tagesroutine ist nicht möglich

Haupttypen des Vorhofflimmerns:

  1. Arrhythmie, die das erste Mal erkannt wird
  2. Wiederkehrende Arrhythmie, die zweimal oder häufiger auftritt
    1. Paroxysmales Vorhofflimmern: die Arrhythmie hört innerhalb von zwei bis sieben Tagen völlig spontan auf
    2. Dauerhaftes Vorhofflimmern: es besteht seit mehr als sieben Tagen
    3. Langfristiges, dauerhaftes Vorhofflimmern: es besteht seit mehr als einem Jahr.
  3. Permanentes Vorhofflimmern, bei dem die Arrhythmie lebenslang besteht und die regelmäßige Herzschlagfolge nicht mehr dauerhaft wiederhergestellt werden kann.

 

Untersuchungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns:

  • Physische Untersuchung
    Sollte eine Unregelmäßigkeit bei der manuellen Pulsmessung festgestellt werden, kann man auf Arrhythmie schließen.
  • EKG (hier können Sie mehr erfahren)
    Es ist das meist grundsätzliche Verfahren zur Bestimmung der Arrhythmie. Wenn Vorhofflimmern vorliegt, werden die P-Wellen auf der EKG-Kurve nicht dargestellt bzw. ist die Kontraktionsfolge unregelmäßig.
  • Echokardiografie
    Mit diesem Verfahren können Herzklappenerkrankungen, die Pumpfunktion bzw. Blutpfropfe in den Höhlen des Herzens ermittelt werden.
  • Laboruntersuchung
    Die Funktion der Schilddrüse, der Nieren und der Leber kann untersucht werden.
  • Langzeit-EKG
    Am Körper des Patienten werden Elektroden angebracht, die die elektrische Leistung des Herzens für 24 Stunden oder länger erfassen. Diese dauerhafte Beobachtung ermöglicht es, Arrhythmien zu entdecken.
  • Echokardiografie über die Speiseröhre
    Das Verfahren ist für den Ausschluss der im Vorhofrohr vorhandenen Blutpfropfe geeignet, die sich beim Vorhofflimmern mit höherer Wahrscheinlichkeit entwickeln können.

Behandlungen zur Wiederherstellung der Herzfrequenz

Elektrische Kardioversion

In diesem Fall werden elektrische Impulse mit Elektroden eingesetzt, um den regelmäßigen Herzrhythmus wiederherzustellen. Die Elektroden werden auf der Brust des für kurze Zeit betäubten, entsprechend vorbereiteten Kranken angebracht.

Katheterablation

Bei diesem Verfahren wird die Energie von Radiofrequenzen eingesetzt, um die Knotenpunkte, die unregelmäßige Reize senden, zu zerstören. Anders gesagt, wird die Weiterleitung der unregelmäßigen Reize verhindert.

Aussichten, Prognose

Beim Vorhandensein von Vorhofflimmern nimmt die Chance auf den Eintritt des Todes zu und es können auch weitere Komplikationen auftreten, wie