Krankheiten

Herzerkrankungen

Jeder hat bereits viel über Herzerkrankungen gehört. Wissen Sie, welche Krankheiten dazu gehören?

Herzerkrankungen können in drei Gruppen untergeteilt werden: angeborene Herzfehler, Entzündungskrankheiten des Herzens bzw. Herzerkrankungen wegen der Erkrankung der Koronararterien.

1. Angeborene Herzfehler

Angeborene Herzfehler kommen bei 1% der Lebendgeburten vor, deren Mehrheit durch Herzoperation geheilt werden kann. Im Embryonalstadium ist das Herz ein Rohr mit einer Aushöhlung. In der vierten bis achten Woche entwickelt es sich am schnellsten. Daher ist diese Zeitspanne aus der Sicht der Bildung von angeborenen Herzkrankheiten am kritischsten.

Über vererbte Faktoren hinaus, können sie unter anderem von Viruskrankheiten in der frühen Phase der Schwangerschaft der Mutter (z. B. Roseole), von Fehlbildungen auslösenden Stoffen, Sauerstoffmangel und ionisierender Strahlung verursacht werden. Die Symptome sind Atemschwierigkeiten bei körperlicher Belastung, Arrhythmien, Neigung zur Herzinnenhautentzündung, die livid blaue Farbe der Lippen, der Haut, der Nägel, die Verdickung des Nagelgliedes, Ermüdbarkeit und die Erhöhung der Zahl der roten Blutkörperchen.

Die Fehlbildung der Herzscheidewand auf Vorhof- und Kammerebene, die Öffnung eines wichtigen Gefäßes im embryonalen Kreislauf, Verengerung der Lungenarterie, Verengerung der Hauptarterie, Fallot-Tetralogie (eine komplexe Fehlbildung bei der Entwicklung des Herzens) und Transposition der großen Arterien gehören zu dieser Gruppe.

2. Entzündungskrankheiten des Herzens

Das Herz besteht aus drei Teilen: Herzbeutel, Herzmuskel und Herzinnenhaut. Je nach dem entzündeten Bereich können Herzinnenhautentzündung (Endocarditis), Herzmuskelentzündung (Myocarditis) und Herzbeutelentzündung (Pericarditis) unterschieden werden. (Hier können Sie mehr über das Herz erfahren)

Sie können von Viren, Pilzen, Bakterien, Parasiten, allergischer Reaktion oder autoimmunen Krankheiten verursacht werden.

Bei einer Herzinnenhautentzündung setzen sich die in den Kreislauf eingedrungenen Krankheitserreger auf der Haut fest, die das Herz innen und die Herzklappen auskleidet. Bei fehlender rechtzeitiger Behandlung werden die Herzklappen irreversibel geschädigt. Die Ablösung der Ablagerungen der vermehrten Krankheitserreger stellt eine Gefahr dar, weil sie mit dem Blut weiter transportiert werden, die kleineren Adern verstopfen und dadurch Thrombose auslösen können. 

Die Symptome sind: Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Gewichtsabnahme, Schweißbildung, Gliederschwäche, Lähmung, Sprech- und Sehstörung, Gehirnabszess, Hirnhautentzündung, starke Kopfschmerzen, eventuelles Blutharnen und Niereninsuffizienz, Blutungen unter der Haut, den Nägeln, an der Sohle, Bauchschmerzen auf der linken Seite, Milzinfarkt und Milzvergrößerung, Herzgeräusche, Atemnot, Atemschwierigkeiten, erheblich verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Ermüdbarkeit, geschwollene Beine.

Behandlung: mit Antibiotika oder Herzoperation möglich.

Herzmuskelentzündung

Bei einer Herzmuskelentzündung entzündet sich der Herzmuskel (hier können Sie mehr erfahren) infolge einer Virusinfektion und das Herz verliert an Kontraktivkraft.

Symptome: bei leichter Entzündung kann die Krankheit ohne Symptome verlaufen, in schwereren Fällen kommen Unwohlsein, Brustschmerzen, Arrhythmie, Atemnot, Flüssigkeitsretention, geschwollene Beine, Fußgelenke und Füße bzw. Ermüdbarkeit vor. Bei Kindern können auch Atemschwierigkeiten und Kreislaufstörung auftreten.

Behandlung: vor allem wird Ruhe und ein verminderter Salzverbrauch empfohlen. Als sekundäre Behandlung werden Arzneimitteltherapie, stationäre Behandlung und in den schwersten Fällen die Implantation eines Defibrillators vorgenommen.

Herzbeutelentzündung

Herzbeutelentzündung: diese Krankheit wird typischerweise auch von einer Vireninfektion verursacht. Infolge der Entzündung dringt Flüssigkeit zwischen die Schichten des Herzbeutels ein, was die richtige Funktion des Herzens gefährdet und zur Bildung von Anwüchsen und Narben führt.

Symptome: scharfe, stechende Brustschmerzen, die in den Rücken, den Hals und den Arm ausstrahlen können. Die Symptome des Kranken können sich beim Einatmen oder beim Liegen verstärken und beim Sitzen vermindern. Weitere Begleiterscheinungen können auch Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen sein.

Behandlung: mit Medikamenten möglich.

3.Erkrankungen der Koronararterien

Bei den Erkrankungen der Koronararterien handelt es sich um die Verkalkung und Verengerung der das Herz versorgenden Arterien, was die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels beeinträchtigt.

Zwei Krankheiten sind hier als typisch zu erwähnen: Angina Pectoris und Herzinfarkt (Herzthrombose). Sauerstoffmangel kann auch Herzversagen, Herzrhythmusstörungen und einen plötzlichen Herztod (hier können Sie mehr erfahren) verursachen.

Angina Pectoris

Angina Pectoris ist eine Gesamtheit von Symptomen, die durch die unzureichende Blutversorgung des Herzmuskels ausgelöst wird.

Symptome: Halsschmerzen, Rückenschmerzen, Brechreiz, Brustschmerzen, Atemnot, Atemschwierigkeiten, Schweißbildung und beklemmende Schmerzen. Diese Symptome treten anfallartig auf und nehmen bei Bewegung zu.

Behandlung: Die Symptome können mit nitrogycerinhaltigen Medikamenten sofort gelindert werden. Ihre Behandlung kann mit Medikamenten, Gefäßerweiterung oder Koronararterien-Bypass erfolgen. Der Anfall kann durch erhöhte körperliche Beanspruchung, Stresssituation, gesteigerten Gefühlszustand, ungesunde Ernährung, zu viel Essen bzw. Wetterfronten ausgelöst werden.

Herzinfarkt

Der zum Absterben des Herzmuskels führende Herzinfarkt stellt eine schwerere Form der Erkrankungen der Koronararterien dar. Beim Herzinfarkt entsteht zuerst eine Verengung der Koronararterien, danach wird die enge Aderstrecke plötzlich verstopft (hier können Sie mehr über das Herz erfahren), was starke Herzschmerzen verursacht.

Symptome: Druckgefühl in der Mitte der Brust, aus der Brust strahlende Schmerzen, immer heftiger werdende Brustschmerzen, ständige Schmerzen im oberen Teil des Bauchs, Atemnot, Schwitzen, Todesangst, Ohnmacht, Brechreiz, Erbrechen.

Behandlung: vor allem wird eine Veränderung der Lebensweise empfohlen, Herzkatheter, Arzneimitteltherapie bei Symptomen von Angina Pectoris.

Die Entstehung des Herzinfarktes wird größenteils von der Lebensweise beeinflusst: Rauchen, Ernährungsgewohnheiten, Maß der Körperbewegung, Grad des Stresses und der Fähigkeit seiner Bewältigung, Atemausfällen wegen Schnarchen.

4. Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)

Unter Arrhythmie versteht man eine Störung der Herzschlagfolge wegen der unregelmäßigen Funktion des elektrischen Erregungsleitungssystems des Herzens, was zu einer übermäßig schnellen, langsamen oder unregelmäßigen Herzschlagfolge führt.

Zu den auslösenden Ursachen der Herzrhythmusstörung gehören Diabetes, Bluthochdruck, übermäßiger Alkoholgenuss, Rauchen, übertriebener Koffeingenuss, Stress und Drogenkonsum. Arrhythmie kann auch durch die Narbenbildung des Herzmuskels nach einem früheren Herzinfarkt (hier können Sie mehr über das Herzmuskel erfahren), eine Erkrankung der Herzklappen oder der Koronararterien und eine unregelmäßige Dicke der Herzkammerwand verursacht werden.

Symptome: Es ist möglich, dass Arrhythmien keine Symptome auslösen. In der Mehrheit der Fälle kommen jedoch folgende Beschwerden vor: Zittern in der Brust, Schwindel, Brustschmerzen, Unsicherheitsgefühl, Atemnot, Ohnmacht, zu schnelle oder zu langsame Herzschlagfolge, unregelmäßige Herzschlagfolge, Müdigkeitsgefühl.

Die Behandlung ist durch Arzneimitteltherapie oder mit implantierbaren Geräten (z. B. Herzschrittmacher) möglich. 

5. Herzversagen

Bei Herzversagen kann das Herz nicht die für den Bedarf des Körpers an Nährstoffen und Sauerstoff ausreichende Blutmenge in den Kreislauf pumpen (hier können Sie mehr über das Herz erfahren). Dies kann aufgrund eines beliebigen Herzschadens auftreten. Sowohl die linke, als auch rechte Hälfte des Herzens kann betroffen sein, manchmal auch beide Hälften. Es nimmt jedoch seinen Anfang immer in der linken Herzhälfte. Die linke Kammer ist am meisten betroffen, weil sie die zentrale Pumpeinheit des Herzens ist.

Unter systolischem Herzversagen versteht man, dass die linke Kammer keine richtige Kontraktionskraft ausüben kann und ihre Pumpfunktion beeinträchtigt wird.

Unter diastolisches Herzversagen versteht man, dass sich die linke Kammer nicht entspannen oder ausreichend füllen kann, d. h. ein Füllungsproblem entsteht.

Symptome: Brechreiz, Schwäche, Übelkeit, Ermüdbarkeit, Mattigkeit, Brustschmerzen, Atemnot bei Bewegung, Verlust an Belastbarkeit, beständiges Husten, rosafarbener und schaumiger Auswurf, Ödem am Bein und am Fußgelenk, Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, Zunahme des Körpergewichtes, Appetitlosigkeit, Verschlechterung der Konzentrationsfähigkeit, unregelmäßiger Herzschlag, beschleunigter Herzschlag.

Behandlung: Arzneimitteltherapie, Operation oder Implantation eines Hilfsgerätes (z. B. Herzpumpe).