Unser Herz

Zustand des Herzmuskels

Der Herzmuskel ist der für die Kontraktion des Herzens verantwortliche Muskel, der sich aus quergestreiften Muskelfasern aufbaut. Diese im Myokard vorhandenen Muskelfasern können sich schnell zusammenziehen und sind nicht ermüdbar. Der Herzmuskel vertritt eine separate Gruppe von Muskeln neben quergestreiften und glatten Muskeln (hier können Sie mehr über den Aufbau unseres Herzens erfahren).

Den quergestreiften Muskeln ähnlich ist auch der Herzmuskel gestreift aufgebaut, wodurch er sich von den Zellen der glatten Muskeln unterscheidet. Der im Allgmeinen eine Zellenkern des Herzmuskels ist jedoch zentriert positioniert, was ein Merkmal der glatten Zellen ist.

Im Hintergrund der ausgezeichneten Belastbarkeit des Herzmuskels stehen folgende Faktoren:

    • Die oxidative Phosphorylierung ermöglicht den Mitochondrien die ständige aerobe Atmung.
    • Im Herzmuskel sind viele Myoglobine zu finden.
    • Der Herzmuskel verfügt über eine ausgezeichnete Durchblutung.

    Durch diese Eigenschaften kann der Herzmuskel die ständige Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gehirns sicherstellen. Das Herz ist in einem so hohen Maß auf die aerobe Atmung abgestimmt, dass es beim Eintreten eines ischämischen Zustandes nicht mehr fähig ist, genügend Blut zu pumpen.

    In normalem Fall, bei ausreichender Sauerstoffversorgung, wird 60% der Energie aus Fetten, 35% aus Kohlenhydraten und 5% aus Aminosäuren und Ketonen erzeugt. Diese Anteile können sich je nach der Nährstoffversorgung verändern.

    Kardiomyopathie ist eine Sammelbezeichnung der Herzerkrankungen (hier können Sie mehr erfahren), die als Folge der Störung der Pumpfunktion des Herzens auftreten. Je nach Form der Abweichung des Herzmuskels lässt sich Kardiomyopathie in drei Gruppen unterteilen. Bei jedem einzelnen Typ treten unterschiedliche Symptome auf, wodurch auf die Ursache des Problems geschlossen werden kann und die Wahl der spezifischen Behandlung ermöglicht wird.

Hypertrophe Kardiomyopathie

Bei der Herzerkrankung dieses Typs wird das Problem von der Verdickung des Herzmuskels verursacht. Dadurch wird die richtige Funktion der Herzklappen beeinträchtigt und die Strömung des Blutes behindert. Es ist wichtig, dass diese Herzerkrankung in vielen Fällen erblich bedingt ist.

Symptome:

  • Schwindel
  • Ohnmacht
  • Brustschmerzen
  • Atemnot bei körperlicher Belastung
  • Häufige Arrhythmien           

Dilatative Kardiomyopathie

In diesem Fall verlängert sich der Herzmuskel und dadurch vergrößert sich das Herz. Diese häufige Herzerkrankung kann äußerst schwer und oft lebensgefährlich sein. Der Grund dafür liegt darin, dass das Herz an seiner Muskelkraft verliert und dadurch die ausreichende Blutmenge nicht pumpen kann. (Hier können Sie mehr über EKG erfahren.)

Symptome:

  • erhöhte Herzschlagfrequenz
  • Atemnot
  • blasse, kalte, schwitzende Haut (wegen des unzufriedenstellenden Kreislaufs)
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Brechreiz

Restriktive Kardiomyopathie

Die Muskulatur der linken Kammer ist aus irgend einem Grund starrer als gewöhnlich, was ihr die Fähigkeit zur ausreichenden Ausdehnung und Füllung mit Blut nimmt. 

Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie

Diese Krankheit geht mit der Ausdehnung der rechten Kammer und der Insuffizienz der rechten Herzhälfte einher. Ihr Ursprung ist unbekannt. Im Hintergrund kann eine erblich bedingte Veränderung stehen.

 

Tipet e kardiomiopative

Behandlung:

In allen Fällen ist vor allem die Arrhythmie zu behandeln. Das kann mit einer Arzneimitteltherapie oder der Implantation eines Herzschrittmachers erfolgen.

Bei einer hypertrophen Kardiomyopathie wird der vergrößerte Herzmuskel in bestimmten Fällen auch operativ entfernt.

Eine dilatative Kardiomyopathie wird in den meisten Fällen mit einer Arzneimitteltherapie behandelt, um die Belastung zu vermindern und die Kraft des Herzmuskels zu erhöhen.

Es ist aber wichtig, dass diese Behandlungen nur die Symptome lindern. Die Krankheit ist unheilbar. Der Zustand des Herzmuskels kann auf keine Weise in einen annähernd ursprünglichen Zustand versetzt werden, der zur richtigen Funktion notwendig wäre. Verdickung oder Kraftverlust sind irreversibel.